Clubfahrt nach El Qusier
Unsere diesjährige Clubfahrt führte uns nach 8 Jahren mal wieder nach El Qusier in das Hotel Utopia Beach Club.
Die Reisegruppe war mit sechs Teilnehmern zwar überschaubar, aber wir hatten trotzdem viel Spaß miteinander.
Nachfolgend zwei Reiseberichte von Hans und Steffi und viele schöne Fotos.
Reisebericht Hans
13.09.2010 Hannover Airport, um 12:30 Uhr sollte es los gehen, aber dank Bordkomputer, dauert der Tankvorgang heute etwas länger. Eine halbe Stunde später, der push back hat schon ausgeklinkt, findet sich im Bugrad ein Fremdkörper, der letztlich zum Radwechsel führt. Man hört noch etwas von 1000 %-iger Sicherheit und endlich um 14:30 Uhr hebt unser „Vogel“ ab. Thomas Cook bringt uns sicher über Südeuropa, Kreta, Alexandria nach Hurghada.
Die Uhr eine Stunde vorstellen und schon ist es nicht wie erwartet 18:15 Uhr sondern 20:15 Uhr. Der Transfer von Hurghada ins Utopia ist nie besonders erstrebenswert, aber heute ist Linienbusfahrt angesagt. Nach Zwischenstopps an 5-6 anderen Hotels geht es endlich auf die Piste in Richtung El Quseir. Michael Schuhmacher am Steuer drückt voll aufs Gas und bringt den Minibus auf sage und schreibe 110 Sachen. Man döst vor sich hin, Getränke nur gegen Bezahlung. Das war auch schon mal besser. Endlich, Utopia in Sicht.
Zimmer? Die sind noch belegt. Der Puls schnellt hoch, aber was will man machen, nachts um 01:30 Uhr nach einem so langen Tag. Nächsten Mittag so gegen 13:00 sind die Zimmer endlich bezogen.
Vorher wurde auf der Basis schon eingecheckt. Thomas, TL vom Dienst, meldet sich zum Orientierungsdive. Kein Problem für alle und erste Eindrücke vom Hausriff. Alle haben den Checkdive „bestanden“, jetzt kann es losgehen. Zodiak Nordriff, Zodiak Südriff, Early Morning Dive und wieder Nordriff, dieses Mal Spezial. Wir sind begeistert von den Schätzen des Hausriffs und können nicht genug kriegen. Nur der Wind stört etwas, er bläst mit 3-4 von Nord und sorgt für schöne Welle. Dann steht Fugani auf dem Programm. Fugani liegt eine Stunde südlich vom Utopia. Mit Welle von hinten und Rückenwind sind wir bald vor Ort und sinken ab in einen wunderschönen Tauchplatz. Ob West oder Ost, beide Tauchgänge bieten mehr als wir erwartet haben. Ein wahres Paradies von Riesenmuränen, Rochen, Tintenfischen, Korallengärten. Wir sind begeistert und lächeln zufrieden in die Kamera von „Video Pro“. Es folgen noch weitere Hausrifftauchgänge, einer sogar mit einem kapitalen Grauen Riffhai, die nachmittags in der Taucher-Bar enden, wo die Erlebnisse des Tages aufgearbeitet werden.
Wir sind uns einig, Tauchen im Utopia ist easy und interessant. Die SUB AQUA Basis ist bestens organisiert und das Personal super freundlich. Zum Tauchen alle Mal eine Empfehlung. Der moderne Utopia Beach Club fand nicht unbedingt unsere Zustimmung, aber in den von uns schließlich gewählten Bungalows konnte man es trotz des niedrigeren Standards gut aushalten. Eine glatte Fehlplanung sind die direkt hinter dem Haupthaus platzierten Stromgeneratoren, die mit ihrem permanenten Höllenlärm einem schon auf die Nerven gehen können.
Fazit: Tauchen erste Klasse, Hotel eher nichts für Taucher.
Hans Gebhard
28.09.2010
Reisebericht Steffi
Die PTC-Herbstfahrt 2010 nach El Qusayr, wie es in Ägypten geschrieben wird, startete mit 2 Stunden verspätetem Flug, weil zuerst die Tankautomatik nicht funktionierte und der Flieger manuell betankt werden musste, was bereits eine halbe Stunde Zeit kostete. Dann rollten wir zur Startbahn, starteten aber nicht. Aussage des Piloten: Defekt an einem Reifen, wir rollen jetzt zurück auf die Parkposition, um die Möglichkeit einer Reparatur zu checken. Mir persönlich gefiel die nächste Aussage, dass der Reifen nun doch gewechselt würde, bedeutend besser. Einige Gäste im Flieger wurden während der zweistündigen Wartezeit allerdings langsam unruhig, was das Gelingen des Fluges anbetraf…
Aufgrund der Verspätung konnten wir den ansonsten landschaftlich sehr reizvollen Anblick Ägyptens beim Landeanflug in der Dunkelheit leider nicht mehr genießen.
Nachdem sich der Transfer zum Hotel von angekündigten 2 Stunden auf 3,5 Stunden verlängerte, kamen wir dann endlich um 00:30 Uhr im Hotel an – wir waren morgens um halb zehn in Porta Westfalica gestartet – nur, um dann feststellen zu müssen, dass die von uns gebuchten Zimmer nicht verfügbar waren, weil das Hotel angeblich überbucht war. Nachdem Stefan auf dem ihm zugewiesenen Zimmer eine dicke fette Kakerlake im Waschbecken fand, wurde ihm jedoch prompt ein anderes Zimmer zugeteilt. Nach Beates Studium von Holiday-Check wurde der Trick mit der Überbuchung und anderweitigen Unterbringung (leider zu spät) als gängige Praxis dieses Hotels identifiziert.
Da das Essen im Hotel zu 80 % nach Chlor schmeckte (war wohl mit Leitungswasser zubereitet, welches für Mitteleuropäer schwer verdaulich ist), war auch dieses kaum genießbar und nach einer Woche freute sich jede/r auf eine Scheibe deutsches Vollkornbrot mit Käse oder Wurst, oder auf ein anständiges Schweineschnitzel.
(Anmerkung des ADMIN der auch mit war: sooooooo schlecht war das Essen nun doch nicht, man hat immer etwas gefunden was geschmeckt hat. War eben "Ägypten Drei Sterne", da kann man halt nicht allzuviel erwarten).
Um das gewöhnungsbedürftige Essensangebot besser „verkraften“ zu können, leistete Steffis Schwedenbitter gute Dienste, auch wenn manchem danach war, „das Zeug“ besser nicht herunter zu schlucken! Ein, zwei oder auch mal viele Gläser Rotwein und der Ausklang des Tages in der Shisha-Bar halfen beim Einschlafen trotz des dröhnenden Generatorenlärms.
Alles in allem ist der Utopia Beach Club nicht (mehr) zu empfehlen – die Enttäuschung derer, die das Hotel von früher in Erinnerung hatten, war deutlich spürbar.
Nach diesen nervenaufreibenden Startschwierigkeiten ging dann aber doch am Nachmittag des zweiten Tages der wohlverdiente Erholungsurlaub los mit dem Checkdive am Hausriff.
Wer zum ersten Mal im Roten Meer taucht, ist vom Anblick der wunderschönen Korallengärten verzaubert und kann sich gar nicht satt sehen – für Wiederholungstäter ist das Utopia Hausriff zwar zu beiden Seiten, Nord und Süd, sehr nett anzusehen, nach 6 Tauchtagen dann aber schließlich doch eher unspektakulär – bis auf den letzten Tauchgang, aber dazu später…
Waren die Taucher des PTC noch mit gemischten Gefühlen in diesen Tauchurlaub gestartet, so wuchs die Truppe jedoch bereits nach wenigen Tauchgängen zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Wir hatten viel Spaß und sehr viel zu erzählen, so dass die Urlaubswoche im Nu verging.
Sporadische Infos zum Wetter in der Heimat zauberten uns beim Lunch in der palmblattbedeckten Strandbar und dem Blick auf das türkisfarbene Meer ein breites Grinsen ins Gesicht – 28°C Wassertemperatur und 30 °C Lufttemperatur lassen sich bei einer stetigen Brise sehr gut aushalten!
Leider wurde aufgrund des starken Seegangs nur an einem Tag ein Bootsausflug zu einem Tauchplatz weiter südlich an der Küste angeboten, an den übrigen Tagen mussten wir uns auf Zodiac-Fahrten nördlich und südlich am Hausriff entlang beschränken.
Taucherische Highlights waren 1 Schildkröte, 1 großer Adlerrochen beim ersten Early-Morning-Dive, 3 Delfine, die wir für Sekunden erhaschen durften, einige wirklich große Riesenmuränen und verwandlungsfreudige Oktopusse.
Wunderschön anzusehen waren die Barracuda-Schulen, Schwärme jagender Großmaul-Makrelen, große Schnapper und bunte Lippfische. Jagende, filigrane Rotfeuerfische und schlafende Kugelfische, sowie Blaupunktrochen rundeten das Taucherlebnis ab.
Während Beate und Steffi auf dem Rückweg mit dem Boot den Begriff „Wellenreiten“ wörtlich nahmen und sich in der Bugspitze der Yacht über die Begleitung durch fliegende Fische und die hoch aufspritzende Gischt freuten, zogen andere es vor, sich auf den Liegen an Deck auszuruhen.
Da die Achterbahnfahrt in der Bugspitze bei Windstärke 4 so große Freude bereitete, wurden rasch die Planungen für den nächsten Tauchurlaub in Angriff genommen – naheliegend, dass dabei auch an eine Bootssafari zu den Brothers gedacht wurde!
Da wir alle in Gedanken eine Wunschliste hatten, welchen Tieren wir unter Wasser gern begegnen würden, wurde vor dem letzten Tauchgang ein Brainstorming angesetzt mit dem Ergebnis, dass nun bloß noch ein HAI-Light fehlte.
„Zodiac zum Hausriff Nord“ stand für uns als letzter Programmpunkt auf der Tagesordnung. Der Wellengang war immer noch ordentlich, aber nicht mehr ganz so stark wie morgens. Wir ließen uns also rückwärts vom Schlauchboot ins Wasser und dann auf 20 – 25 m Tiefe fallen. Kaum hatten wir die Schwebehaltung eingenommen, fing Beate an zu zappeln. Da ich dieses Signal bereits dahin gehend deuten konnte, dass sie wohl etwas besonders Interessantes entdeckt hatte, blickte ich rechts und links, oben und unten – und sah plötzlich die Silhouette eines grauen Riffhaies etwa 3 – 5 m unter mir. Der Hai war ca. 1,50 m lang und sehr gedrungen. Er beachtete uns überhaupt nicht und patroullierte weiter ganz entspannt am Riff entlang und entschwand schließlich im endlosen Blau. In der Hoffnung, er möge auf dem Rückweg noch einmal bei uns vorbei schauen, sahen wir entfernt im Blauwasser noch einen ca. 1,80 m langen Barracuda als Einzelgänger, aber der Hai blieb verschwunden.
Da Stefan für sein anstehendes Gold-Abzeichen noch eine Übung mit Hans machen wollte, blieben die Beiden zunächst zurück, so dass wir nicht wussten, ob sie unser Hai-Light auch gesehen hatten.
Zurück an der Oberfläche fragten wir natürlich sofort nach, jedoch machten die Beiden ein großes Geheimnis daraus, so dass wir bis heute die Wahrheit nicht erfahren haben.
Vielleicht gelingt es den Lesern, das Geheimnis zu ergründen…
Bis demnächst auf diesem Bildschirm verabschiedet sich
Steffi.
Die nachfolgenden Fotos wurden von Stefan und Hans zur Verfügung gestellt.