2009-12-23 12:15 von Gerhard Jensen
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2009-12-23 12:15 von Gerhard Jensen

Am 28.08.04 haben sich 18 Clubmitglieder und Familienangehörige auf den Weg nach Cadaques an der Costa Brava gemacht. Drei weitere Teilnehmer waren bereits eine Woche vorher mit dem Auto angereist. Wir sind mit Air Nostrum (einer Tochtergesellschaft der spanischen IBERIA) auf die Minute pünktlich in Hannover gestartet
Die Auscheckzeit am Flughafen Barcelona war sehr kurz, innerhalb von 15 Minuten waren wir im Besitz unseres Gepäcks und wurden am Ausgang gleich von Monika Eichhorn in Empfang genommen und zu dem gecharterten Bus gebracht. Monika (und ihr Mann Volker) von der Basis Scuba-World in Cadaques hatten für uns die Unterkünfte und den Transfer nach / von Cadaques besorgt. Nach 2,5 Stunden Fahrt mit dem klimatisierten Bus erreichten wir Cadaques. Untergebracht waren wir im Apartmenthaus El Ranxo an der Hauptstrasse in Cadaques. Die Apartments waren einfach und zweckmässig eingerichtet. Die Lage erwies allerdings als kleiner Nachteil. Die Lärmbelästigung insbesondere durch Kleinkrafträder (Zitat Dieter: Zwiebackfräsen) war doch erheblich. Auch die an und für sich zu begrüssende Strassenreinigung fand regelmässig in den frühesten Morgenstunden statt und ersparte dem einen oder anderen den Wecker.
Am ersten Tauchtag wurde unsere Ausrüstung mit einem Kleintransporter abgeholt und zum Hafen gebracht. Die Taucher mussten den Weg zu Fuss machen, dieser dauerte allerdings auch nur gute 5 Minuten. Schon beim ersten Besteigen des Bootes offenbarte sich dann ein Drama, welches sich wie eine Zeremonie durch den ganzen Tauchbetrieb zog: Der Kampf um die Pressluftflaschen. Es waren 12 und 15 Liter Flaschen verfügbar, aber selten in der jeweils benötigten Menge. Wer zu spät kam, musste sich unter Umständen mit einer 15 Liter Flasche abschleppen, weil Monika und Volker nicht in der Lage waren, für jeden Tauchgang im Vorfeld die Anzahl der benötigten Flaschen zu ermitteln. Jeder musste seine Flasche selbst mit auf das Boot nehmen, Reserveflaschen wurden häufig nicht mitgenommen. Dieses organisatorische Chaos zog sich durch den ganzen Tauchbetrieb. Eine Einweisung in die Sicherheitsausrüstung des Bootes haben wir vergeblich erwartet. Notfallkoffer, See- und/oder Mobilfunk sollten Gerüchten nach an Bord gewesen sein, Monika und Volker haben sich zu diesem Thema ausgeschwiegen. Die Namen der Tauchplätze hat man nur durch hartnäckiges Nachfragen erhalten, die Briefings beschränkten sich auf das Nötigste und Skizzen der Tauchgebiete gab es auch nicht. Am Unangenehmsten traf uns jedoch die permanente Unfreundlichkeit von Volker und zeitweise auch Monika. In der Regel wurde man mit kurzen Sätzen abgespeist, gelegentlich herrschte auch schon mal ein Ton wie auf dem Kasernenhof. Irgendwie kam man sich immer vor, als wäre man eigentlich nicht erwünscht und sollte auf Distanz gehalten werden. Die ganze Grundeinstellung der beiden lässt sich an drei Beispielen festmachen.
Auch wenn der Ablauf des Tauchbetriebs weniger erfreulich war, so ist Cadaques mit dem Naturpark Cap de Creus doch ein sehr lohnenswertes Tauchziel. Wir haben zehn (die meisten jedenfalls) wunderbare Tauchgänge gemacht. Die Unterwasserlandschaft war grandios und abwechslungsreich. Auch der Fischreichtum war schon beeindruckend. Es gab viele Schwarmfische, Zackenbarsche, kleine und grosse Drachenköpfe, Langusten, Oktopusse, viele Muränen und Nacktschnecken in allen möglichen Farben und Grössen. Die Wassertemperaturen waren schon gewöhnungsbedürftig, unterhalb der Sprungschicht (ca. 15 Meter) waren es zum Teil nur 14–16°. Der eine oder andere wird seine Handschuhe schmerzlich vermisst haben.
Cadaques gefällt durch sein gesamtes Erscheinungsbild. Der Ort ist geprägt durch seinen berühmtesten Einwohner, Salvatore Dali, dessen hundertster Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Am Hafen gibt es ein kleines Dali – Museum in dem überwiegend Werke aus seiner Frühzeit und einige Fotos gezeigt werden. In Port Ligat, ca. 20 Minuten zu Fuss entfernt, steht sein Wohnhaus in dem er mit seiner Frau Gala über vierzig Jahre seines Lebens verbracht hat. Das Haus ist nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen, maximal 8 Leute dürfen in einer Gruppe im 10-Minuten-Takt in das Haus. Ein Rundgang dauert dann ca. 40 Minuten. Das Haus ist absolut sehenswert, super gelegen und eine architektonische Meisterleistung. Bei der Einrichtung scheiden sich jedoch die Geister. Nach meiner Meinung überwiegend eine Ansammlung von Nippes, wie man sie auch in bundesdeutschen Ottonormalverbraucherwohnungen finden kann einschliesslich der obligatorischen Fotoecke. Beeindruckend der runde Aufenthaltsraum seiner Frau Gala. Spricht man im Mittelpunkt des Raumes entsteht ein ungewöhnliches Echo.
Lohneswert sind in Cadaques auch Spaziergänge durch die Altstadt mit ihren engen und steilen Gassen und entlang der steinigen Küste. Mutige wagen einen Aufstieg zu einem im Berg gelegenen Kloster, es soll ein Fussweg von gut zwei Stunden sein. Bequeme können mit dem „Cadaques – Express“ einen Ausflug zum Cap de Creus machen. Empfehlenswert sind die vielen kleinen Restaurants in denen man vorzüglich Essen kann. Besonders zu erwähnen ist die Casa Anita. Hier gibt es keine Speisekarte, die Speisenangebote werden vom Chef persönlich vorgetragen und das Essen ist wirklich ausgezeichnet. Leider war es nicht möglich, mit der ganzen Gruppe in den kleinen Restaurants unterzukommen, so dass sich zum Abendessen immer kleine Grüppchen gebildet haben. Das gesellige Beisammensein fand dann spätabends am Strand statt.
Das Wetter war nicht ganz so wie wir es uns erhofft hatten. Es war zwar angenehm warm, aber die Sonne hat sich nur vergleichsweise selten blicken lassen. Am Freitag Vormittag hat uns bei einem Spaziergang ein gewaltiger Regenschauer überrascht, der uns Gelegenheit gab Misses (Beate) und Mister (SOB) „Wet T-Shirt“ zu wählen.
Zum Schluss ein kleines Fazit:
Einen kleinen Eindruck von Cadaques über und unter Wasser sollen die Fotogalerien wiedergeben. Die meisten Bilder hat Thorsten aufgenommen. Vor allem die Unterwasserfotos finde ich sehr gut gelungen.