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Clubfahrt nach Cadaques (Spanien)

Logo der Dali-Ausstellung
Im Jahr 2004 führte uns die Clubfahrt nach Cadaques in Spanien.
Gerd Jensen hat den folgenden Reisebericht verfasst.

Am 28.08.04 haben sich 18 Clubmitglieder und Familienangehörige auf den Weg nach Cadaques an der Costa Brava gemacht. Drei weitere Teilnehmer waren bereits eine Woche vorher mit dem Auto angereist. Wir sind mit Air Nostrum (einer Tochtergesellschaft der spanischen IBERIA) auf die Minute pünktlich in Hannover gestartet

und nach rd. zwei Stunden auf dem Airport Barcelona eingetroffen. Wir flogen mit einer Canadair 200, ein kleiner Düsenjet mit ca. 50 Sitzplätzen von denen nur 30 belegt waren. Die Sitze waren sehr bequem und die Beinfreiheit deutlich grösser als man von deutschen Charterfliegern gewohnt ist. Trotz des kurzen Fluges ließ der Service nichts zu wünschen übrig. Es gab ein Glas Sekt zur Begrüssung und ein Menü (Fisch oder Fleisch) mit Salat, Käse, Nachtisch und Kaffee.

Die Auscheckzeit am Flughafen Barcelona war sehr kurz, innerhalb von 15 Minuten waren wir im Besitz unseres Gepäcks und wurden am Ausgang gleich von Monika Eichhorn in Empfang genommen und zu dem gecharterten Bus gebracht. Monika (und ihr Mann Volker) von der Basis Scuba-World in Cadaques hatten für uns die Unterkünfte und den Transfer nach / von Cadaques besorgt. Nach 2,5 Stunden Fahrt mit dem klimatisierten Bus erreichten wir Cadaques. Untergebracht waren wir im Apartmenthaus El Ranxo an der Hauptstrasse in Cadaques. Die Apartments waren einfach und zweckmässig eingerichtet. Die Lage erwies allerdings als kleiner Nachteil. Die Lärmbelästigung insbesondere durch Kleinkrafträder (Zitat Dieter: Zwiebackfräsen) war doch erheblich. Auch die an und für sich zu begrüssende Strassenreinigung fand regelmässig in den frühesten Morgenstunden statt und ersparte dem einen oder anderen den Wecker.

Am Abend des Ankunftstages gab es ein erstes Meeting mit Monika und Volker Eichhorn im Hotel El Ranxo, dem Apartmenthaus auf der anderen Strassenseite gegenüberliegend. Wer nun gedacht hatte, dass eine allgemeine Einweisung in den Tauchbetrieb der nächsten Tage statt finden würde, sah sich getäuscht. Bei Volker hatte man den Eindruck, dass ihm die ganze Angelegenheit eher lästig war. Es wurde lediglich festgelegt, dass die täglichen Ausfahrten um 9:30 Uhr und 16:00 Uhr durchgeführt würden. Überrascht waren wir auch, dass sich die angekündigte Basis lediglich als kleiner Tauchshop im Ortskern entpuppte. Es waren keine Möglichkeiten für das Spülen und Lagern der Ausrüstung vorhanden. Neopren und Atemregler mussten abends wieder mitgenommen, in der Badewanne im Apartment ausgespült und auf dem Balkon zum Trocknen aufgehängt werden.

Am ersten Tauchtag wurde unsere Ausrüstung mit einem Kleintransporter abgeholt und zum Hafen gebracht. Die Taucher mussten den Weg zu Fuss machen, dieser dauerte allerdings auch nur gute 5 Minuten. Schon beim ersten Besteigen des Bootes offenbarte sich dann ein Drama, welches sich wie eine Zeremonie durch den ganzen Tauchbetrieb zog: Der Kampf um die Pressluftflaschen. Es waren 12 und 15 Liter Flaschen verfügbar, aber selten in der jeweils benötigten Menge. Wer zu spät kam, musste sich unter Umständen mit einer 15 Liter Flasche abschleppen, weil Monika und Volker nicht in der Lage waren, für jeden Tauchgang im Vorfeld die Anzahl der benötigten Flaschen zu ermitteln. Jeder musste seine Flasche selbst mit auf das Boot nehmen, Reserveflaschen wurden häufig nicht mitgenommen. Dieses organisatorische Chaos zog sich durch den ganzen Tauchbetrieb. Eine Einweisung in die Sicherheitsausrüstung des Bootes haben wir vergeblich erwartet. Notfallkoffer, See- und/oder Mobilfunk sollten Gerüchten nach an Bord gewesen sein, Monika und Volker haben sich zu diesem Thema ausgeschwiegen. Die Namen der Tauchplätze hat man nur durch hartnäckiges Nachfragen erhalten, die Briefings beschränkten sich auf das Nötigste und Skizzen der Tauchgebiete gab es auch nicht. Am Unangenehmsten traf uns jedoch die permanente Unfreundlichkeit von Volker und zeitweise auch Monika. In der Regel wurde man mit kurzen Sätzen abgespeist, gelegentlich herrschte auch schon mal ein Ton wie auf dem Kasernenhof. Irgendwie kam man sich immer vor, als wäre man eigentlich nicht erwünscht und sollte auf Distanz gehalten werden. Die ganze Grundeinstellung der beiden lässt sich an drei Beispielen festmachen.

 

  1. Kommentar von Volker als Nikolai einen (durch ihn zu begleitenden) Nachmittagstauchgang wegen Unpä¤sslichkeit ausfielen liess, das nächste Mal wolle er rechtzeitig Bescheid wissen, schliesslich wolle Nikolai etwas von ihm und nicht er von Nikolai.
  2. Als Silvia bei ihrem ersten Tauchgang Probleme mit dem Abtauchen hatte und den Tauchgang abbrach wurde sie noch im Wasser schwimmend von Monika und Volker zusammengestaucht wie ein kleines Schulmädchen
  3. Gegenüber Silvia bemerkte er abfällig, so wie wir tauchen würden, wären wir wohl kein Tauchclub sondern eher ein Kegelverein (z. B. mit aufgeblasener Weste ins Wasser springen)
Fairerweise sei angemerkt, dass Silvia dann einige begleitete Tauchgänge mit Volker gemacht hat und ihn als umsichtigen und kompetenten Tauchlehrer beschrieben hat.
Die Gruppe hat dann beschlossen, die gebuchten 12 Tauchgänge nicht zu nutzen, sondern nach dem zehnten Tauchgang am Donnerstag aufzuhören und am Freitag noch ein bisschen zu relaxen und Stickstoffabbau zu betreiben. Durch die stille Post liess uns Volker am Donnerstagabend dann mitteilen, dass über den vereinbarten Preis von 160 Euro hinaus für jeden Tauchgang 3 Euro für das Ausleihen der Flaschen zu bezahlen sei, da wir Tauchen mit eigener Ausrüstung gebucht hätten und mit unvollständiger Ausrüstung, nämlich ohne Flasche, angereist seien. Wir haben uns dann am Freitagmorgen in demokratischer Abstimmung dafür entschieden, die Zahlung der Flaschen zu verweigern. Als Kompromiss wurde vereinbart, in Abhängigkeit vom Gesprächsverlauf mit den Eichhorns die Hälfte der Flaschenkosten zu zahlen. Zu einer Preisverhandlung ist es dann nicht mehr gekommen. Als wir Monika und Volker mitteilten, dass wir nur den vereinbarten Preis zahlen wollten, ist Volker völlig ausgerastet, hat mit der Polizei gedroht und uns aus dem Laden geworfen. Ein vernünftiges Gespräch war leider nicht möglich.

 

Auch wenn der Ablauf des Tauchbetriebs weniger erfreulich war, so ist Cadaques mit dem Naturpark Cap de Creus doch ein sehr lohnenswertes Tauchziel. Wir haben zehn (die meisten jedenfalls) wunderbare Tauchgänge gemacht. Die Unterwasserlandschaft war grandios und abwechslungsreich. Auch der Fischreichtum war schon beeindruckend. Es gab viele Schwarmfische, Zackenbarsche, kleine und grosse Drachenköpfe, Langusten, Oktopusse, viele Muränen und Nacktschnecken in allen möglichen Farben und Grössen. Die Wassertemperaturen waren schon gewöhnungsbedürftig, unterhalb der Sprungschicht (ca. 15 Meter) waren es zum Teil nur 14–16°. Der eine oder andere wird seine Handschuhe schmerzlich vermisst haben.

Cadaques gefällt durch sein gesamtes Erscheinungsbild. Der Ort ist geprägt durch seinen berühmtesten Einwohner, Salvatore Dali, dessen hundertster Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Am Hafen gibt es ein kleines Dali – Museum in dem überwiegend Werke aus seiner Frühzeit und einige Fotos gezeigt werden. In Port Ligat, ca. 20 Minuten zu Fuss entfernt, steht sein Wohnhaus in dem er mit seiner Frau Gala über vierzig Jahre seines Lebens verbracht hat. Das Haus ist nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen, maximal 8 Leute dürfen in einer Gruppe im 10-Minuten-Takt in das Haus. Ein Rundgang dauert dann ca. 40 Minuten. Das Haus ist absolut sehenswert, super gelegen und eine architektonische Meisterleistung. Bei der Einrichtung scheiden sich jedoch die Geister. Nach meiner Meinung überwiegend eine Ansammlung von Nippes, wie man sie auch in bundesdeutschen Ottonormalverbraucherwohnungen finden kann einschliesslich der obligatorischen Fotoecke. Beeindruckend der runde Aufenthaltsraum seiner Frau Gala. Spricht man im Mittelpunkt des Raumes entsteht ein ungewöhnliches Echo.

Lohneswert sind in Cadaques auch Spaziergänge durch die Altstadt mit ihren engen und steilen Gassen und entlang der steinigen Küste. Mutige wagen einen Aufstieg zu einem im Berg gelegenen Kloster, es soll ein Fussweg von gut zwei Stunden sein. Bequeme können mit dem „Cadaques – Express“ einen Ausflug zum Cap de Creus machen. Empfehlenswert sind die vielen kleinen Restaurants in denen man vorzüglich Essen kann. Besonders zu erwähnen ist die Casa Anita. Hier gibt es keine Speisekarte, die Speisenangebote werden vom Chef persönlich vorgetragen und das Essen ist wirklich ausgezeichnet. Leider war es nicht möglich, mit der ganzen Gruppe in den kleinen Restaurants unterzukommen, so dass sich zum Abendessen immer kleine Grüppchen gebildet haben. Das gesellige Beisammensein fand dann spätabends am Strand statt.

Das Wetter war nicht ganz so wie wir es uns erhofft hatten. Es war zwar angenehm warm, aber die Sonne hat sich nur vergleichsweise selten blicken lassen. Am Freitag Vormittag hat uns bei einem Spaziergang ein gewaltiger Regenschauer überrascht, der uns Gelegenheit gab Misses (Beate) und Mister (SOB) „Wet T-Shirt“ zu wählen.

Zum Schluss ein kleines Fazit:

Cadaques ist in jeder Beziehung eine Reise wert. Ich bin sicherlich nicht das letzte Mal hier gewesen. Um die Basis Scuba-World von Monika und Volker Eichhorn sollte man aber einen Riesenbogen machen.

Einen kleinen Eindruck von Cadaques über und unter Wasser sollen die Fotogalerien wiedergeben. Die meisten Bilder hat Thorsten aufgenommen. Vor allem die Unterwasserfotos finde ich sehr gut gelungen.

 

Cadaques: die Teilnehmer

Cadaques 2004: die Teilnehmer

Cadaques: der Ort

Cadaques 2004: der Ort

Cadaques: das Tauchen

Cadaques 2004: das Tauchen