Im Jahr 2006 führte uns die Clubfahrt nach Korfu in Griechenland.
Harald Rickenstorff hat den folgenden Reisebericht verfasst.
In den frühen Morgenstunden des 9. September 2006, um genau zu sein, um
2.00 Uhr, trafen sich 17 Vereinsmitglieder und Freunde zum Check-In am
Flughafen in Hannover.
Trotz des frühen Starttermins um 4.00 Uhr
war die gesamte Gruppe bester Laune, galt es doch, in Kürze die
ausgewählte Tauchbasis vom Urgestein Rolf Weyler für die Topspots von
Korfu zu besuchen.
Nach 2½ stündigem Flug wurde pünktlich um 7.30 Uhr (!! Zeitumstellung )
der Flughafen von Korfu erreicht. Dank der Übersichtlichkeit des
Flughafens war die gesamte Truppe in kürzester Zeit im wartenden Bus.
Binnen einer Stunde hatten wir den Ausstiegspunkt in Paleokastritsa
erreicht.
Hans organisierte das Verteilen der Bungalows auf die Gruppenmitglieder
und machte sich dann mitsamt Bus Richtung Tauchschule, um das
Tauchgepäck in der Nähe auszuladen. Zu schleppen gibt’s ja am ersten
und letzten Tag für alle genug.
Während die eine Hälfte die Zimmer bezog und die ersten Einkäufe
tätigten, nahm sich die andere Hälfte die Zeit, um das Tauchgepäck zur
Basis zu schleppen, um sich dort einzurichten. Die Einzelreisenden
mussten sich wohl oder übel entscheiden, was zuerst dran war, aber der
Tag war ja noch lang.>br/>
Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich auch die gesamte Sonnenseite und
bescherte uns schon früh hochsommerliche Temperaturen bei absoluter
Windstille.
Das war’s – Taucherwetter wie aus dem Bilderbuch!! – und das sollte die ganze Woche so bleiben.
Der erste Tag wurde langsam geruhsam und der Urlaub fing für alle
schlagartig an. Man begnügte sich mit ersten Erkundungen der
Örtlichkeiten oder nahm ein Bad im klaren Wasserr am Sand – bzw.
Kieselstrand bei Wassertemperaturen um die 26°. Nach einem gemeinsamen
Abendessen beendete man den Tag jedoch schnell, um für die ersten
Tauchgänge am nächsten Tag fit zu sein.
Am Sonntag morgen um 9.00 Uhr trafen sich alle Aktiven (14 Personen),
teilten die Buddyteams ein und rödelten Ihre Gerätschaft in die zwei
bereitstehenden Boote. Die Basis verfügt über einen Tauchkutter für 18
Personen und ein Schnellboot für 8 Personen. So können zeitgleich
nähere und weiterliegende Tauchreviere bis zu 4 mal am Tag angefahren
werden. Obwohl die Basis vollkommen belegt war, ging während der
gesamten Woche alles ruhig, gelassen und abwicklungstechnisch
einwandfrei zu. Jeder bekam in den kommenden 5 Tage abwechselnd
Gelegenheit, den Kutter, oder das Speedboot zu benutzen.
Am ersten Tag ging es Richtung „Bobbyfelsen„. In Sichtweite der Basis
liegend, ein richtiger Spot zum Eintauchen, mit Tiefen bis zu 30 Meter,
durch die ruhige See strömungsfrei und ideal für alle Bronzetaucher,
die das erste Mal Sichtweiten über
50 cm genießen konnten. Nach Angelsee Meißen, Messinghausen, Gammel
Albo und evtl. Hemmoor hieß es ab sofort: Tolle Sicht mit bis zu 40
Meter!, warmes Wasser und absolut entspanntes Tauchen in neuem Gelände.
Das ausgerechnet der Bobbyfelsen zwei Kameraden noch zu „Bobbyisten„
machen würde, war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht klar.
Neben Klosterwand, Kristallo, Megali und dem wunderschönen
Odysseusfelsen wurden weitere Spots besucht. Diverse Höhlen waren zu
durchtauchen und jeder konnte die abwechselungsreiche
Unterwasserlandschaft bewundern. Bedauernswerterweise ist das
Mittelmeer jedoch derart überfischt, das Sichtungen von Fischschwärmen
mehr oder weniger zufällig waren. Der Stimmung tat das keinen Abbruch
und nach den Tauchgängen trafen sich alle am Strand zum Sonnenbaden ,
Schnorcheln oder Schwimmen.
Abends vor dem verabredeten Essen wurden die Highlights des Ortes, wie
das auf einer Anhöhe am Meer gelegene Kloster besucht. Einige wagten
sich auf steinigen Wegen in den 200 Meter höhergelegenen Ort Lakones ,
um die Erfahrung zu machen, das ein Abstieg über eben diesen Weg, bei
stockfinsterer Nacht mit nur einer Lampe, auch etwas besonderes sein
kann. Stimmung war auf jeden Fall immer dabei und letztendlich sind
alle heil und gesund gelandet.
Nachdem man schon an 3 Tauchtagen diverse Spots gesehen hatte, wurde
die Klosterwandbucht angefahren, um, sagen wir mal, etwas
Orientierungstauchen zu üben. Das Briefing wurde wie immer deutlich und
laut vorgetragen. Die Problematik des Vertauchens angesprochen und los
ging es. Nachdem sich eine kleine Gruppe durch eifernde Neugier eines
Einzelnen, auf der Suche nach Schnecken und Langusten, aus den Augen
verloren hatte, landeten zwei davon etwas außerhalb vom Spielfeld und
mussten schließlich, nachdem die Luft verbraucht war, unplanmäßig
aufsteigen. Kein Boot, keine Gruppe – außer Fels gab’s nichts zu sehen.
Also Boje aufblasen und kräftig schwimmen, um erst einmal Sicht auf das
Umland zu bekommen. Während die zwei sich redlich mühten, machte sich
das Boot mit dem Rest der Gruppe bereits auf Suche, um die Vermissten
aufzuspüren. Sie hatten sich vertaucht und waren statt zurück an Land,
in Richtung Bobbyfelsen verschwunden und just hinter diesem Fels an die
Oberfläche gelangt. Erst nach umrunden dieser Insel wurden die Boje und
die Zwei gesichtet und geborgen. Der Spitzname „ Bobbyisten“ war
geboren und nichts ist ja bekanntlich so schön wie Schadenfreude!
Am vorletzten Tag gab es dann eine Einladung von Rolf Weyler zu einem
gemeinsamen Abschlußabend in einer Taverne, bei griechischer Folklore
und Tanzdarbietungen. „NEPTUN„ höchstpersönlich (in Gestalt von Rolf
W.) erinnerte an die Erlebnisse der letzten Woche und wiederholte
einige der Anekdoten, die sich auf den Booten ereignet hatten.
Dies war der Zeitpunkt, sich auf das Ende der Tour einzustellen und
fast alle nutzen den letzten, tauchfreien Tag vor dem Abflug, um
mittels Leihwagen den nördlichen Teil der Insel und insbesondere den
Aufenthaltsort von „Sissy„ und Korfu-Stadt zu erkunden.
Bereits
in der Maschine sitzend, zeigte sich mit einem überwältigendem
Gewitter, das die Saison vorbei war. Wir hatten noch 1 Stunde in der
Maschine sitzend, Zeit und Gelegenheit, die Woche Revue passieren zu
lassen , bevor wir Richtung Hannover abhoben.
Es war eine tolle Truppe, ein schönes gemeinsames Erlebnis, was zeigt,
wie wichtig auch Vereine in der heutigen Zeit sind. Wie wichtig Leute
sind, die die Bereitschaft mitbringen, derartiges, zur Zufriedenheit
aller, auf die Beine zu stellen. Es macht Lust auf mehr und der Dank
geht an alle, die bei der Organisation und dem Gelingen der Fahrt
mitgeholfen haben.
Weiter so !!
Einen kleinen Eindruck von Korfu über und unter Wasser sollen die
Fotogalerien wiedergeben. Die Bilder sind von Marie, Beate, Christiane,
Steffi und Hans.